Richtungswechsel nach oben bei Standardkunststoffpreisen im Dezember

Dez. 2013

Im Dezember folgen die meisten Standardkunststoffe preislich wieder den Vorprodukten, diesen Monat jedoch in die andere Richtung als im November, nämlich nach oben. Wie EUWID-Recherchen ergaben, konnten die verschiedenen PE-Sorten sowie PP im Rahmen der Monomere zulegen und damit die Verluste des Vormonats wettmachen. Auch bei PS blieb der Aufschlag im Rahmen der Vorgabe von Styrol, holte aber die deutlicheren Einbußen vom November nicht auf. Einzig PVC verlor im Dezember etwas an Marge.
In den ersten beiden Dezemberwochen verlief der Absatz von Polyolefinen zum Teil für die Anbieter überraschend rege. Grund könnte sein, dass die entsprechenden Verarbeiter Preiserhöhungen im Januar für möglich halten. Daneben gibt es andere Käufer, die seit Anfang des Monats weniger bestellen, weil sie ihre Bestände herunterfahren. Verarbeiter können ihren Bedarf decken, auch wenn die Produzenten die Mengen etwas begrenzt halten. Von Käuferseite wird gegenüber dem EUWID von einer „künstlichen Verknappung“ bei PE und PP gesprochen. Über aktuelle Ausfälle von Polymerisationsanlagen ist nichts bekannt. Ziel der Hersteller ist es, zum Jahresanfang die Preise nach oben zu bringen. Da im Januar die Einfuhrzölle für PE in die EU erhöht werden sollen, erwarten Marktteilnehmer weniger Importe.
Bei LDPE und LLDPE wurde in der Regel der Aufschlag des Ethylenkontrakts (+30 €/t) weitergegeben. In manchen Fällen ließen sich auch 40-50 €/t mehr erzielen. LDPE-Folienqualität erreicht 1,39-1,44 €/kg, LLDPE-Folienware 1,38-1,42 €/kg.
Die Nachfrage nach HDPE ist Herstellern zufolge zwar – wie um diese Jahreszeit üblich - abgeschwächt – aber zufriedenstellend. Die Produzenten haben ihre Auslastung reduziert. Die Lager der befragten Hersteller sind nach deren Aussagen auf einem „optimalen“ und ausgewogenen Niveau. Mit +30 €/t wurde die Vorprodukterhöhung weitergereicht; bei Spritzguss waren es manchmal nur 20 €/t. Spritzguss kostet 1,32-1,38 €/kg, Blasware 1,31-1,37 €/kg.
Auch PP liegt im Dezember um 30 €/t über dem Vormonat und folgt damit dem Verlauf des Propylenkontrakts. Bei Spezialitäten konnten auch 40 €/t mehr erzielt werden. Homopolymer schloss mit 1,41-1,47 €/kg, Copolymer mit 1,46-1,52 €/kg und darunter. Je nach Lieferant sei hier die Versorgung schlecht, berichten Händler. Insgesamt sei der Markt ausgeglichen. Importe kommen immer wieder mal aus Brasilien, es handle sich aber nicht um Markt störende Mengen, heißt es im Gespräch mit dem EUWID.
Die Auftragslage bei PS ist nach Beschreibung der Hersteller für den Dezember in Ordnung. Für Ende der KW 51 rechnen Marktbeteiligte mit einem Abknicken des Bedarfs. Angebot und Nachfrage sind ausgeglichen mit Tendenz zu einer leichten Verknappung bei schlagfest. Nachdem einzelne Anbieter eine Steigerung von 30 €/t angekündigt hatten, sind 10-15 €/t durchgegangen. Damit sinkt die Marge nicht, denn der Anstieg des Styrolkontrakts lag bei 10 €/t. PS glasklar rangiert bei 1,59-1,64 €/kg, schlagfest bei 1,69-1,74 €/kg.
Zum Jahresende wollen PS-Hersteller ihre bis dato zum Teil recht hohe Anlagenauslastung zurücknehmen und Lagerbestände abbauen. Für Januar erwarten Anbieter wieder einen stärkeren Monat und im Blick auf die Vorprodukte einen mäßigen bis deutlichen Preisauftrieb.
Bei PVC ist der Bestelleingang im Dezember den Erwartungen entsprechend in allen Segmenten ruhig. Der Rückgang habe schon seit Mitte November eingesetzt, berichten Hersteller. Besonders als sich der Ethylenanstieg abgezeichnet habe, hätten viele Kunden abgewartet. Hinzu kommt, dass einige Verarbeiter schon Ende der zweiten Dezemberwoche nicht mehr produzieren, andere schließen Ende der dritten Woche. Außerdem wollen sie ihre Lagerbestände zum Jahresende so gering wie möglich halten. Ein Produzent schätzt den Bedarf im Dezember auf 50 % eines normalen Monats, was sich jedoch jedes Jahr so verhalte.
Ein Plus von 15 €/t müssten die PVC-Hersteller preislich erzielen, um keine Margen zu verlieren. Die Anhebung umfasst allerdings nur maximal 10 €/t, in manchen Fällen wurde auch zu Vormonatswerten abgeschlossen, besonders in Südeuropa. Rohrqualität erzielt 0,92-0,98 €/kg, Folien- und Kabelware 0,97-1,03 €/kg. Bitte beachten Sie die Erläuterungen zur technischen Preissenkung bei PVC.
Angebot und Nachfrage halten sich bei PVC derzeit die Waage. Einige Produzenten fertigen diesen Monat zwar geringere Mengen, planen aber ein, dass sie im neuen Jahr lieferfähig sein müssen. Manche Firmen wollen zum Jahresende daher bewusst Bestände aufbauen. Im neuen Jahr werden PVC-Anbieter versuchen, die Preisanhebung, die im Dezember nicht möglich war, aufzuholen, lauten die Einschätzungen von Marktteilnehmern.

Technische Preiskorrektur bei PVC

Der EUWID nimmt bei der Preisberichterstattung PVC im Rahmen des Marktberichts für Standardkunststoffe eine technische Preiskorrektur nach unten vor. Marktbeteiligte - Hersteller, Händler und Verarbeiter - sind der Ansicht, dass die abgebildeten Werte nicht mehr das tatsächliche Niveau widerspiegeln. Infolge von Sonderangeboten, vor allem während des Krisenjahrs 2009 und darauf, hat sich im Laufe der Zeit das Niveau der Preise generell gesenkt. Deshalb hält die Redaktion eine Korrektur um 25 Cent/kg für Rohrqualitäten und 30 Cent/kg für Folien- und Kabelware für erforderlich. Die im Dezember dargestellte Veränderung gibt somit nicht die tatsächlich erfolgte Absenkung im Vergleich zum Vormonat an.

Die regelmäßige und systematische Weitergabe von Preistabellen aus dem EUWID-Premium-Bereich ist nicht erlaubt. Es darf lediglich ein Ausdruck erstellt werden, der in Form eines Umlaufs betriebsintern weitergegeben wird. Das Verbreiten von EUWID Preistabellen per Intranet oder per E-Mail betriebsintern, konzernweit oder außerhalb des Unternehmens ist nicht erlaubt und stellt einen Verstoß gegen das Urheberrecht dar. Mehr lesen Sie in unseren FAQs

* Um das Dokument öffnen zu können, benötigen Sie die Adobe ® Reader ® software.