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– Im August waren bei den Standardkunststoffen lediglich bei PS deutliche Anhebungen zu verbuchen. EUWID-Recherchen zufolge hielten sich Polyolefine und PVC überwiegend stabil. Verkäufer dieser Commodities sind froh, dass die Abwärtsbewegung gestoppt ist. Mit Einschätzungen für den September tun sich Gesprächspartner schon wegen der unsicheren Konjunkturlage schwer. Anbieter hoffen, dass sich die Einkaufstätigkeit nach Ende der Urlaubszeit im September wieder belebt.
Die Nachfrage nach Polyolefinen gilt als verhalten bis für die Saison zufriedenstellend. Besonders im süddeutschen Raum macht sich die Ferienzeit bemerkbar, denn einige Betriebe haben oder hatten geschlossen. Zusätzlich hat die Unsicherheit auf den Kapitalmärkten zu einer abwartenden Haltung der Kunden geführt. Keiner will sich große Vorräte anlegen. Angebot und Bedarf sind recht ausgewogen. Die Produzenten haben im Juni und Juli Übermengen abverkauft. Importe sind zurzeit unbedeutend. Die Preise für PE sind im Vergleich zum Juli unverändert, mit Ausnahme von HDPE, wo auch von leichten Anhebungen berichtet wird. Bei PP kam es teilweise zu minimalen Reduzierungen. Die Bandbreite der Preise ist sehr groß. Zu hören ist außerdem von einigen Sonderangeboten. LDPE-Folienqualität findet sich bei 1,38-1,42 €/kg, LLDPE bei 1,27-1,34 /kg. HDPE ist etwas schlechter verfügbar als LDPE. HDPE-Spritzguss fließt zu 1,28-1,33 €/kg ab, Blasware zu 1,27-1,32 €/kg. PP ist Verarbeitern zufolge sehr gut verfügbar. Über Abstellungen ist nichts bekannt, doch die Hersteller sollen den Ausstoß etwas gemindert haben. Die Nachfrage ist laut Anbieter für den August nicht schlecht. Kunden haben bereits vor den Sommerferien Aufträge für diesen Monat platziert. Die Preise liegen im Großen und Ganzen auf dem Niveau des Julis, bisweilen auch um 10-15 €/t darunter oder, je nach Ausgangsniveau, auch mal leicht darüber (Propylenkontrakt: - 15 €/t). Homopolymer kostet 1,35-1,44, Copolymer 1,40-1,49 €/kg. Für den September sind Verkäufer nicht mehr so sehr von einer Preiserhöhung überzeugt wie noch vor einiger Zeit.
PS-Hersteller büßen
trotz Preisanhebung Margen ein
Nach einem starken Juli hat die Nachfrage nach PS im August nachgelassen. Dies liegt zum einen an der Saison, zum anderen haben viele Kunden im Juli vorgekauft, heißt es von Herstellerseite. Nach Aussagen von Händlern werden Teile des Julibedarfs erst im August gedeckt, da sich das Angebot Ende Juli verknappt hatte, als einige Kunden noch kaufen wollten, weil sie steigende Augustpreise erwarteten. Der Bereich Lebensmittelverpackung ist stabil, dagegen blieb der Bausektor hinter den Erwartungen zurück. Sorgen bereiten auch spezielle Spritzgussanwendungen. Weiterhin sind die regionalen Unterschiede in Europa groß. Deutschland und die Nachbarstaaten sowie Nordeuropa halten sich fester, Südeuropa ist sehr verhalten.
Angebot und Bedarf sind derzeit ausgeglichen. Die Anlagen laufen etwas reduziert bis normal. Eine HIPS-Anlage in Frankreich, die im Juli für einen Monat außer Betrieb war, ist nach Insiderinformationen wieder angelaufen. Die Lager der Produzenten werden zum Teil wieder aufgebaut, nachdem sie zu Anfang des Monats recht niedrig waren.
Hersteller werden diesen Monat etwas an Marge einbüßen, schätzen Marktteilnehmer. Die Preiserhöhungen blieben unter den Ankündigungen und etwas unter den Erhöhungen des Styrolkontraktwertes. Zu hören war von einem Plus von mindestens 50 €, aber auch von 110-120 €/t. Die geringeren Anhebungen beziehen sich auf glasklar, die stärkeren auf schlagfest. PS glasklar erzielt 1,40-1,44 €/kg, schlagfest 1,53-1,59 €/kg. Die Differenz der beiden Qualitäten liegt bei 130-150 €/t mit steigender Tendenz wegen des stark gestiegenen Butadienpreises. Anbietern zufolge müsste der Unterschied bei 200 €/t liegen, um die Kosten zu decken.
Da im Herbst verschiedene Wartungsarbeiten bei großen Herstellern angekündigt sind (in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden), rechnen EUWID-Gesprächspartner mit knappen Mengen im vierten Quartal. Nachdem die Produzenten für September ursprünglich höhere Preise angestrebt hatten, halten Anbieter dies heute nach sinkenden Rohölpreisen und schwächelndem Styrol nicht mehr für realistisch.
PVC ist aus Käufersicht reichlich im Angebot. Hersteller und Händler sprechen von einer verhaltenen Auftragslage. Besonders bei Rohrware sei es möglich, kurzfristig Ware zu bekommen und über günstigere Angebote zu verhandeln. Etwas fester zeige sich das Segment Folien- und Kabelware, aber grundsätzlich hätten sich alle Abnahmebereiche spätestens im August abgeschwächt. Manche Hersteller mussten seit Mitte Juni deutliche Absatzeinbußen verkraften.
Die Preise liegen auf gleichem Niveau wie im Juli, wobei es hier und da eine geringe Bewegung nach oben oder unten gegeben haben soll. Erhöhungen sollen vor allem in den ersten Tagen des Monats möglich gewesen sein. Rohrqualität rangiert bei 1,18-1,22 €/kg, Folien- und Kabelware bei 1,28-1,32 €/kg.
Wegen der ausbleibenden Bestellungen hat sich die Transportsituation wieder verbessert. Produzenten bauen jetzt wieder Lager für den Herbst auf. Sollte der Absatz im September weiter schwach bleiben, wollen sich manche Hersteller auf den weltweiten Spotmarkt konzentrieren. Hier seien die Türkei, bestimmte osteuropäische Länder wie Polen und Rumänien und Teile Asiens interessant. Äußerst schwach ist derzeit der russische Markt.
25.08.2011
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